Wertschätzung für alltägliche Dinge: T-Shirts & Orangen

Fabido Familienzentrum Am Ostpark – Dortmund

In dem städtischen Familienzentrum „Am Ostpark“ in Dortmund wurde mit dem Thema T-Shirts und ausbeuterische Kinderarbeit in das Projekt FaireKITA NRW eingestiegen. Dabei war es der Einrichtung wichtig, die Kinder zu sensibilisieren, wie viel Arbeit und Rohstoffe in einem T-Shirt stecken und wie lang der Weg bis zu uns in die Verkaufsregale ist. Es gab ein Rollenspiel im Bewegungsraum zu dem Thema ausbeuterische Kinderarbeit. Die Aufgabe lautete, Baumscheiben in Sä- cken einmal hin und her durch den Bewegungsraum zu transportieren. „Das war für die Kinder eine körperliche Herausforderung. Sie wurden da an ihre Grenzen geführt und es war neu für sie, dass sie die Aufgabe nicht wählen konnten, bzw. nicht einfach aufgeben konnten.“

Weitergeführt wurde die Umsetzung des Projektes FaireKITA mit einem Besuch im Kindermuseum Mondo Mio! im Westfalenpark Dortmund. Dort gibt es ein Angebot zum Thema Schokolade speziell für Einrichtungen im Prozess.

Wo kommen eigentlich Orangen her?

Hier entwickelte das Familienzentrum „Am Ostpark“ eigenes Material zum Thema. Zunächst betrachteten alle gemeinsam Orangen und einige Bilder. In einem Atlas wurden die Anbaugebiete herausgesucht und es gab Informationen über eine Orangenplantage, natürlich durfte das Probieren und Pressen von Orangen nicht fehlen. Mit Hilfe einer Geschichte von Paulo (evangelische Mission) wurde das Thema Kinderarbeit erneut aufgegriffen.

Zu der Geschichte gestaltete die Einrichtung ein Bilderbuch sowie ein Puzzle, das allen Kindern zur Verfügung gestellt wurde, um das Thema ganzheitlich aufzubereiten. Gemeinsam gestalteten die Kinder Collagen zum Thema Orangen. Die kreative Auseinandersetzung mit dem Thema lässt die Kinder ganzheitliche Erfahrungen machen. So wird der Weg des Saftes noch einmal anschaulich für die Kinder dargestellt, es geht von der Plantage mit Blüte und Früchten zur Ernte und in die Fabriken zum Entsaften und Einfrieren. Danach wird der gefrorene Saft auf Containerschiffe geladen und kommt nach Europa in unsere Geschäfte. Die Kinder entwickelten im Nachgespräch eine Wertschätzung für den Saft, bei dem so viele Menschen mitgearbeitet haben bis der Saft in unserem Glas ist.

Zum Abschluss ging es dann noch als Detektive für fair gehandelte Waren in Lebensmittelgeschäfte und es wurde der Weltladen in Brackel besucht.

„Wir wollen für unsere Kinder die Welt im globalen Lernen mit allen Sinnen erfahrbar machen. Altersgerecht wollen wir zu Kinderarbeit, Armut und fehlende soziale Netze im globalen Süden arbeiten. Als Gegenentwurf erfahren wir gemeinsam viel über fairen Handel, Recht auf Schule, Spiel und Bildung.“