Auf dem Weg zum Fairen Familienzentrum

Kath. Kindertageseinrichtung St. Norbert – Lünen

„Unsere Katholischen Tageseinrichtungen für Kinder sind Orte, an denen die Gemeinde vor Ort ihren Beitrag zur Gestaltung der Gesellschaft leistet. Träger, Erzieher, Kinder und Eltern gehen offen aufeinander zu, lernen unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen kennen und bilden so die Grundlage für einen vertrauens- und verständnisvollen Umgang miteinander.“ Die Einrichtung hat sich mit zwei weiteren Einrichtungen als Verbund beworben. Es handelt sich um das erste Faire Familienzentrum mit den Einrichtungen St. Marien, St. Gottfried und St. Norbert. Gestartet ist die Einrichtung mit einer Informationsveranstaltung von der Projektstelle FaireKITA. Die Einführung von Produkten lief schrittweise und wird weiterhin ergänzt. Hilfreich war hier, die Kooperation mit dem Arbeitskreis Fairer Handel in Lünen. Nach einer Teilnahme an einer Fortbildung durch die Projektstelle zu Globalem Lernen in der Elementarpädagogik wurde das Projekt gestartet. In einem Familiengottesdienst „Wir tragen Verantwortung für unsere Welt“ wurden sowohl Kinderrechte als auch der Faire Handel aufgegriffen. Durch diesen Gottesdienst gelang es, die gesamte Gemeinde sowie die Eltern und Großeltern in das Projekt FaireKITA einzubeziehen. Im Anschluss an den Gottesdienst folgte noch der Mittagstreff unter dem Motto „Fairer Handel“ in Kooperation mit dem Arbeitskreis Fairer Handel in Lünen.

Mit den Kindern wurde zu den Themen Kinderrechte, Regionale Produkte, Schokolade und Fußball gearbeitet. Unterstützt wurde die Einrichtung bei der Umsetzung von MultiplikatorInnen des Projektes FaireKITA. Natürlich durfte auch ein Einkauf in den lokalen Geschäften nicht fehlen, um zu prüfen, welche fairen Produkte es gibt.

Wo kommt eigentlich unsere Schokolade her und wie wird aus einer Kakaobohne eine Tafel Schokolade? Dieser und ähnlichen Fragen sind die Kinder auf den Grund gegangen. Sie lernten auf ihrer Mitmachreise ein junges Mädchen namens Naki kennen. Naki lebt in Ghana und war gerade auf dem Weg zu ihrer Tante Ashanti, die auf einer Kakaoplantage arbeitet. In einem Rollenspiel erarbeiteten sich die Kinder das Wissen über Wachstum, Blüte, Frucht und Ernte. Anhand von Bildern und getrockneten Kakaobohnen und Schoten, konnten die Kinder den Prozess bis zur Ernte verfolgen und durch eine Massage noch vertiefen (Pflanzen der Bäume bis Ernte der Schoten). Bilder zu Ghana, den Menschen in der Produktion sowie den weiteren Produktionsschritten, halfen den Kindern einen Eindruck der komplizierten Produktion zu erhalten. Die Kakaobohnen werden in Säcke verpackt und dann nach Deutschland verschifft. Doch wie entsteht aus den Kakaobohnen eine Tafel Schokolade? Diese weiteren Schritte erfuhren die Kinder ganz praktisch in ihrer Kakaowerkstatt (Küche), indem sie dort selber Schokolade produzieren konnten. Was man braucht: 50g Kakao*, 50g Pflanzenmargarine*, 200g Milchpulver, 100g Honig*, 125ml Sahne*, Töpfe, Schüsseln, Rührlöffel, Backblech, Backpinsel und z.B. Nüsse* oder Mandeln* zum Verfeinerm (*Zutaten aus Fairem Handel). Stelle einen kleinen Topf in heißes Wasser, gib die Margarine in den Topf und lass sie flüssig werden. Vermische das Milchpulver mit dem Kakao in einer kleinen Schlüssel, gib es zu der flüssigen Margarine und rühre es um. Rühre weiter und füge dabei die Sahne hinzu. Nimm die Mischung aus dem Wasserbad heraus, rühre weiter bzw. knete und lass es abkühlen. Dann den Honig hinzufügen und den Schokoladenteig auf einem gefetteten Backblech verteilen. Je nach Geschmack verfeinern und dann auf niedriger Temperatur etwa 10-20min. trocknen.

„Wir fördern die Kinder in allen Bildungsbereichen, geben ihnen Freiräume zum Experimentieren, regen sie durch Wissensvermittlung und vielfältige Erfahrungsangebote an. Unsere Einrichtungen sind Orte der Begegnung der verschiedenen Generationen, mit anderen Kulturen und Glaubenszugehörigkeit.“