Fair-speisen – Auf dem Weg zum „gerechten“ Frühstück

Städtische Kita Franzenbrunnen – Saarbrücken

Die städtische Kita Franzenbrunnen bietet in je drei Krippen- und Kindergartengruppen Platz für 108 Kinder und liegt in zentraler Höhenlage am Stadtrand von Saarbrücken, grenznah zu Frankreich. Mit einer Gärtnerei, die sich in direkter Nachbarschaft befindet, ist in guter Kooperationen ein rund 1.400 m2 großer „KinderGarten“ entstanden. In dem naturnah gestalteten Außengelände mit viel Sandstein und Holz haben unsere Kinder viele Möglichkeiten, ihrem Bewegungsdrang nachzukommen. Im Tee- und Kräutergarten sowie in den selbstgebauten Hochbeeten pflanzen und ernten die Kinder selbst, was sie für ihr Frühstück und den Imbiss brauchen.

„Doch wo kaufen wir das Obst und Gemüse ein, das wir nicht selbst ernten?“ Dieser Frage sind unsere Kinder nachgegangen. Bei Besuchen auf dem Bauernhof, unserem Wochenmarkt und den Geschäften im näheren Umfeld haben sie schnell Unterschiede bei den Produkten und Preisen der angebotenen Waren festgestellt. „Wieso ist das so? Warum gibt es so viele unterschiedliche Bananen? Und was bede utet eigentlich dieses grünen, blauen und schwarzen Zeichen mit dem „Männchen“ auf machen Produkten?“ Ihre Neugierde wurde geweckt und die Kinder haben sich mit den Pädagogen auf den Weg gemacht, Antworten zu finden.

Ernährungsgewohnheiten werden maßgeblich in den ersten Lebensjahren geprägt. Entsprechend hoch ist die Verantwortung für die uns anvertrauten Kinder. Wir bieten den Kindern jeden Tag ein gesundes Frühstück, Mittagessen, Zwischenmahlzeiten und zuckerfreie Getränke an. Für Frühstück und Imbiss kaufen wir überwiegend beim regionalen Biobauern ein. Eine Vollwertbiobäckerei liefert uns Brot und Backwaren. Müsli, Brot, Milchprodukte, Wurstwaren in Maßen sowie regionales Obst und Gemüse direkt von der benachbarten Gärtnerei und aus unserem Garten ergeben ein abwechslungsreiches, kindgerechtes und gesundes Angebot. Gemeinsam mit Eltern und Kindern hat das Kita-Team
entschieden, für die Mahlzeiten neben regionalen und biologischen Lebensmitteln, bestimmte Produkte ausschließlich aus fairem Handel zu beziehen.

Fair Trade ist Englisch und bedeutet übersetzt „gerechter Handel“. Gerecht deshalb, weil alle Menschen, die das Produkt herstellen, gerecht behandelt werden. Leider ist das bei anderen Lebensmitteln oft nicht der Fall. Viele Menschen, die zum Beispiel in Mittel- und Südamerika auf Kakao- oder Bananenplantagen arbeiten, bekommen für ihre Arbeit so wenig Geld, dass sie davon nicht ihre Familien versorgen können. Doch die Plantagenbesitzer können oft nicht mehr zahlen, weil sie selbst wenig an den Lebensmitteln verdienen. Das liegt daran, dass die Kunden in Europa und in anderen Ländern nur den billigsten Preis für Kakao und Bananen zahlen wollen.

„Das wollen wir ändern!“ Unsere Kinder haben sehr schnell verstanden, dass eine gerechte Bezahlung dazu führt, dass es den Menschen, die für uns die Lebensmittel anbauen, besser geht. Denn das Geld, das die Menschen im Laden mehr für faire Bananen bezahlen, kommt den Menschen in den Produktionsländern zugute. Davon werden Werkzeuge und Medikamente gekauft, auch Schulen und Brunnen werden gebaut. Ziel ist es, Kinderarbeit auf den Plantagen abzuschaffen, stattdessen sollen die Kinder zur Schule gehen dürfen. Die Einführung unseres „gerechten“ Frühstücks hat viel bei den Kindern bewegt und der Aufkleber mit dem „Fair Trade“ Zeichen hat sich mit Inhalt gefüllt. Die Themen Nachhaltigkeit, Regionalität und fairer Handel gehören nun zum festen Bestandteil unsere Bildungsarbeit. Es fühlt sich gut an, gerecht zu sein.

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